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Melt Trio in South Asia

“It had been years, that we witnessed an auditorium so packed, with people sitting on floor, staircases and standing in the doorway there was hardly any space left as Goethe Karachi presented yet another fascinating evening where the German band “Melt Trio”. True to its name the Melt Trio exceptionally managed to melt the audience’s hearts presenting them with soulful music that filled the ambience with mellifluous sounds. A unique combination fascinating and exceptionally pleasing! with Peter Meyer on guitar, Bernhard Meyer on bass & Moritz Baumgärtner on the drums the Trio presented a mesmerizing performance in collaboration with Ustaads Nafees on Sitar and Ustad Basheer on Tabla.” (11/2016)

“It was nothing less than a delight listening to their extraordinary musicianship. The first track was enough to tell the audience what they were in for. It was not a typical jazz tune and was rather more in the experimental realm, but as the composition moved along, the brilliant bass riffs and guitar runs, not to mention top-notch drum playing, brought the composition into familiar territory in no time.” (11/2016)

 

Pressestimmen zu “STROY”

Überraschende Klänge, verträumte Passagen, expressive Ausbrüche und experimentelle Verästelungen lösen einander ab und machen die elf Stücke – bis auf eine Beethoven(!)-Bearbeitung alles Originale der Meyer-Brüder- zu einer atmosphärischen Klangreise, die sowohl Rock-Freaks als auch Jazz-Fans begeistern dürfte.“ rt

Jazzthing # 115, 9/2016

“Das Melt Trio aus Berlin versteht die Kunst der nuancenreichen Dynamik, des kunstvollen Akzentesetzens, wo andere bestenfalls durch harte Druckluft glänzen wollen. Peter Meyer (Gitarre), Bernhard Meyer (Bass) und Moritz Baumgärtner (Schlagzeug) agieren schon lange als eng verzahntes Team und können sich daher eine Spontaneität leisten, die weder schmerzhaft ausufert, noch wirre Assoziationen weckt, dafür aber durch eine hohe kreative Atmosphärik geprägt ist. Es ist vor allem die Gitarrenarbeit von Peter Meyer, die bei diesem Trio so hervorragend den Ton angibt. Es gibt wohl kaum einen vergleichbaren Gitarristen in Deutschland, der so vielseitig orientiert ist und so schöpferisch arbeitet wie Meyer. Das Melt Trio kann mit „Stroy“ die beiden Vorgängeralben noch einmal toppen.”

sound-and-image.de, 26.08.2016

„Das Melt Trio baut sich eigene Klangräume. Eine Prise Prog Rock gehört ebenso dazu wie Kammermusikalisches, irrlichternder Sound und instrumentale Direktheit. Es ist Musik eines Teams, das zu gleichen Teilen auf kollektive Schaffenskraft wie divergierende Erfahrungen baut. “Stroy” ist das dritte Album der gemeinsamen Jahre und es führt vom opulenten Bombast über experimentelle Freiheit bis zu fein geschichteten, assoziativen Hörskizzen. Sound zum Entdecken.“ RD

Stereoplay, September 2016

Musik: ********

Klang: ********

„Das Melt Trio ist doppelt schöpferisch tätig geworden, nicht nur eine neue CD wurde aufgenommen, auch der Albumtitel verrät schon großes kreatives Potenzial. Das Kunstwort Stroy löst Assoziationen aus wie Story (der Kopf sortiert ja gerne vermeintlich falsch Geschriebenes) oder das nicht existente Gegenteil zu destroy. Und von zerstören kann bei diesem Album auch keine Rede sein, so kompakt und als Einheit verschmolzen zeigt sich das Trio mit Peter Meyer an der Gitarre, seinem Bruder Bernhard Meyer am Bass und dem Schlagzeuger Moritz Baumgärtner. Das Trio besteht mittlerweile seit sechs Jahren, im Anschluss an ihr Studium am Jazzinstitut Berlin fanden sich die drei. Der lange Zeitraum schafft zum einen Qualitäten des Vertrauten, aber auch die Notwendigkeit, Neues zu entdecken und aus eingespielten Mustern auszubrechen. Peter Meyer ist ein Meister der Sounds, seine Gitarre klingt mit Effekten gespielt nicht wie ein verzerrtes Saiteninstrument, sondern ganz eigenständig. Spannungsaufbau und Verdichtung der Motive der Kompositionen, Beschleunigung der Themenköpfe in perfektem Eingespieltsein und Eruptionen, die vor allem Moritz Baumgärtner an den Drums initiiert - das alles macht das Melt Trio aus. Die Soundteppiche, die Peter Meyer ausrollt und die als Startbahn für Gitarrensoli oder die spannenden Linien auf dem akustischen E-Bass Bernhard Meyers dienen, werden von den Drums untermalt oder frech gegen den Strich gebürstet. Baumgärtners Instrumentarium ist dabei immer für eine Überraschung gut. Peter und Bernhard Meyer teilen sich die Kompositionen auf, das Schlussstück der CD ist völlig überraschend - der Heilige Dankgesang, die Bearbeitung eines Auszugs von Beethovens Streichquartett Nummer 15. Eine Version für Gitarrentrio hätte sich Ludwig van Beethoven wohl nicht träumen lassen, aber mit dieser sehr speziellen Bearbeitung wäre er sicher mehr als einverstanden gewesen.“

Jazzthetik, Angela Ballhorn, 9/2016

Pressestimmen zu “HYMNOLIA”

 

Hier entsteht Musik, die noch überraschend ist, die provoziert, die etwas riskiert, die forscht und die auf klanglichen Pfaden unterwegs ist, wie sie so bislang im Jazz kaum beschritten worden sind. Aufregendere und abenteuerlichere Musik als die, die jetzt auf dem neuen Album“Hymnolia” zu hören ist hat es in der Weit des Gitarrenjazz schon seit langer Zeit nicht mehr gegeben.”
Thorsten Hingst, Jazzpodium 2/2014

“Das Melt Trio spielt und schreibt eine Musik, die so voller Leben ist, dass man gar nicht genug von ihr bekommen kann.”
Jazzpodium 11/2013

“Dieses Gitarren-Trio, das mit den Begriffen Post-Rock oder Bill Frisell 2.0 nur unzureichend beschrieben ist, dürfte eines der verblüffendsten innerhalb der aktuellen Jazz-Szene sein.”
Rondo

“5 von 5 Sternen!”
Jazz´n More 1/2014

“Diese subtile Fusion aus so vielem, atmet die vielen Strömungen aus Jazz, Pop und Elektronik in der Musikstadt Berlin. Selten haben wir ein elektrisches Gitarrentrio so frisch, räumlich und “akustisch” erlebt.”
JazzZeitung 11/2013

“Selten gibt es ein elektrisches Gitarrentrio so frisch, räumlich und “akustisch” zu erleben. Warme, emotionale Klangflächen zieheh ins Geschehen hinein, dann geht es nach vorne blickend zur Sache. Rockstilistiken strömen in andere, spährischere Umfelder – oder aber die reiche Könnerschaft in Sachen Jazz durchdringt dieses oft filigrane Gefüge aus Pop, Elektronik und Neuer Musik” Jazzthetik 11/2013

Die Musik des Melt Trios ist eine Kollektivmusik im wahrsten Sinne des Wortes. Dass sie dabei weder statisch noch unfrei klingt ist, eines der vielen schönen Wunder dieser ungewöhnlichen Formation, die Freunde entgrenzter, dem Jazz zugeneigter Musik dringend im Auge behalten sollten.  Kieler Nachrichten

“Audiophiles Highlight des Monats!”
Stereo/ MUSIK ***** KLANG*****

“Höhepunkt dann, der Auftritt von Meyer/Baumgärtner/Meyer, einem jungen Jazztrio, dessen Debütalbum “Melt” gleich in mehrfacher Hinsicht ein Wunder ist: Hier spielen drei virtuose Instrumentalisten an Gitarre, Bass und Schlagzeug, und zwar als kompakte Einheit, die alle möglichen Einflüsse von Prog- und Indierock bis zu Elektronik so stark verdichtet, dass man meint, völlig neue Musik zu hören.”
taz

“Diese Musik ist provokant, fordernd, besitzt Tiefgang und Ausdrucksdichte. Sie ist mal kantig, unbequem und unkonventionell, widerlegt mit überzeugendem Gestus sämtliche im Jazz vorherrschenden Dogmen und ist dennoch von schmeichelnder und verführerischer Kraft und Schönheit.”
Jazzpodium

“Mit dem zweiten Album haben die Meyerbrüder plus Baumgärtner ihre kühne Ausdrucksdichte weiter perfektioniert. Sie betreiben die grenzenlose Klangforschung, ohne je Soli bemühen zu müssen. In der Dichte bleibt jedoch jede einzelne Note klar identifizierbar. Jede gespielte Note wird zum Sprungbrett für den Satz zur nächsten. Doch wie bei einem Computerspiel scheint der Klangkosmos des Melt Trio verschiedene Levels zu haben, zwischen denen munter hin- und hergesprungen wird. Während dieser Sprünge verschieben sich die Ebenen, überlagern sich oder verwinkeln sich. Tastend nähern sich die Musiker an, stellen den Blick auf die Noten scharf, um ihn anschliessend wieder unscharf werden zu lassen und sich wieder voneinander zu entfernen. Metamorphose allerorten. Und doch folgt alles hörbar einem grossen Plan. Dabei fügen sich letztlich die Klangteile wie Puzzlestücke langsam zu einem grossen Ganzen. Einem, voller Klangpoesie. Einem, das so klingt, als wäre etwas Vergleichbares noch nie zu hören gewesen. Jeder Vergleich erweist sich schon im Ansatz des Suchens als untauglich. Und wird letztlich nicht benötigt. Nur einlassen muss man sich. Das Melt Trio hat dazu das Notennetz engmaschig geknüpft – es fängt einen immer auf.” (fxaz)  Jazz ‘n’ More, Januar 2014

“Peter Meyer is an up and coming creative guitarist who merits attention. I always make it a point to hear his band when i can!”
Kurt Rosenwinkel

“Ein elektrisches Trio mit Bass, Gitarre und Schlagwerk, das nicht nur die Fahne des Jazz hoch hält, sondern auch Elektronik und Indie-Rock ins eigene Schaffen mit einbezieht: Davon gibt es nicht sehr viele…
Meyer/Baumgärtner/Meyer funktionieren als Trio wirklich erstaunlich homogen und dicht, wenn man sich ihr weit gefächertes Einflussfeld anschaut. Zwischen energiegeladenen und kontemplativen Passagen bauen sie feine Spannungsmuster auf, die wie experimenteller Rock-Jazz klingt, ohne eine große Fingerfertigkeit in den Vordergrund zu stellen. Ihre Musik arbeitet mit langsamen Spannungsbögen, die immer wieder gebrochen werden, um sich neu aufzubauen, doch die drei gehen dem nackten Lärm aus dem Weg und bleiben im Bereich der klanglichen Harmonie. Melodien und Atmosphären verschmelzen auf diesem Debütwerk zu einer wohlklingenden Mischung aus neuem und altem.
Neun Titel finden sich auf “Melt”, die dem Rock manchmal näher sind als dem Jazz. Doch diese Begriffe kann man hier eher als einengend ablehnen, denn allzusehr bilden die Gebrüder Peter und Bernhard Meyer mit ihrem Schlagwerker Moritz Baumgärtner “a class of their own”.
Jazzdimensions, Michael Freerix, 13.1.2013

-Berührungen im Innersten – Das Trio MBM im Burghof in Lörrach.-

Engel lässt das Trio Meyer/Baumgärtner/Meyer tanzen, um die Zuhörer federleicht in ein Wunderland aus Klängen zu führen. Eines, das wie hier  gleich zu Beginn über weite Strecken  des Konzerts  im  Foyer des Lörracher Burghofs trotz seiner hohen Dichte melodisch sehr zugänglich ist.  Sanft mit dem Bogen die Becken- und Trommelränder streichelnd glättet Moritz Baumgärtner die Kanten seines Drumsets für einen verschleppten Rhythmus,  den der Schlagzeuger rückwärts zu spielen scheint.  Das erweckt  den Anschein von Schwerelosigkeit, und die darüber schwirrenden hohen Gitarrentöne klingen wie aus dem All eingefangen. Verwirrend schön.

Die Brüder Peter (Gitarre) und Bernhard Meyer (Bass)  und Moritz Baumgärtner, der in Lörrach aufwuchs, nehmen die Zuhörer mit auf  eine  experimentierfreudige Reise in offene Formen, und zwar in musikalischer wie in klanggestalterischer Hinsicht. In der Musik war ja  eigentlich alles schon Mal da, auch dass die Aufteilung in Bandleader und Sidemen  wie  bei MBM zugunsten von gleichberechtigten Stimmen aufgegeben wird. Die drei jungen Musiker nehmen sich alle Freiheiten, verschmelzen Ambient, Free, Jazzrock, Elektronik und Klassik miteinander und spielen sich von allen Vorbildern frei.

Das Neue, Eigene, was sie schaffen,  bringt den Raum zum Leuchten, erzeugt Stimmungen und  Bilder. Die Saitenmänner Peter und Bernhard Meyer lassen die Töne  mit Fingern oder dem Stipsen mit der Fingerkuppe frei  und   modifizieren sie  elektrisch. Natürliche Instrumente und “Spielzeug” wie Fahrradklingeln, Glöckchen, Rasseln, Essstäbchen und sogar ein Megaphon, mit dem Moritz Baumgärtner die Töne aus dem Inneren des Snaredrums aufsaugt und aufzeichnet, geben Extraklänge  frei, welche beispielsweise die “Goldregenstraße” noch plastischer erscheinen lassen.  Dass just während des  leisen Intros  der Ballade “Lina” vor dem Burghof trommelnd und blasend eine Guggemusik vorbeizieht – es ist ja Fasnacht –  fügt sich am Ende doch ein in diese immense Fülle geplanter und unerwarteter Töne, welche dieses Konzert so  einzigartig macht.

Manchmal wie in “Traumwunsch” streifen einen unvermittelt  Erinnerungen – an Harfenklänge, die Einschlafmelodie einer Spieluhr oder aber auch Pink Floyds “Echoes” von der dunklen Seite des Mondes. Bevor man sie fixieren und festhalten kann,  entziehen sie sich einem bereits wieder, weil sich der Gesamtklang schon wieder verschoben hat.  “Kurubi” führt mit  Walgesängen unter Wasser und darüber, wo Möwenschreie über der Weite des Meeres verhallen.  Schwebt man gerade noch in lyrischen Sphären, wird man angesichts der geballten Wucht und salvenartiger Drumgewitter von “Limbus”  mitgerissen und in die Tiefe gezogen.  So oder so: Man wird im Innern berührt, auch wenn man gar nicht so genau weiß, wieso. MBM spielen neben den Stücken der von der Fachpresse hoch gelobten CD “Melt” auch neue Kompositionen. “Ach ist das schön, Meyers”, entfährt es Moritz Baumgärtner  vor lauter Freude darüber, dass die von dem Trio mit so viel Hingabe dargebotene Musik vom Publikum in der alten Heimat so positiv angenommen wird. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Badische Zeitung, Barbara Ruda, 20.02.2012

“Ambient. Nein, doch eher Rock. Oder nein, es ist Jazz. Vielleicht. Wer in Schubladen denkt, der wird mit „Melt“ so seine Schwierigkeiten bekommen. Und das ist auch gut so.
Schwer zu fassen ist diese quirlig hybride Mischung aus fragmenthaften Figuren einerseits, und andererseits klaren, fast sachten Strukturen. Das Trio um die Gebrüder Peter und Bernhard Meyer mit Moritz Baumgärtner trifft sich manchmal im freien Fall, bricht aus einer gewohnten Ordnung aus, verschiebt die musikalischen Figuren gegen- und ineinander, mischt Komposition mit Improvisation zu einem unklaren Aggregatzustand. Ein Gitarren-Bass-Schlagzeug Verbund ohne klare Vorgaben. Wer tatsächlich gerade ein Solo abliefert ist manches Mal gar nicht so eindeutig. Das ist spannend und bricht mit gewohnten Hörmustern. Eine Reise mit offenem Ausgang, wo an jeder Biegung ein neuer Anblick zum Ausbruch animiert. Ihren Hörern machen es die Drei damit nicht einfach. „Melt“ taugt nicht als Hintergrundberieselung, dafür gibt es in diesem Dreierkosmos einfach zuviel zu entdecken. Ein totaler Gegenentwurf also zur heutigen „Klick-and-run“ Mentalität im Netz, wo ein Titel nach wenigen Sekunden weggeklickt wird, weil er zu anstrengend ist. Auf die Musik dieses Trios muss man sich einlassen. Am besten mehrfach und immer wieder von Neuem.”
jazzonblog.blogspot.com, 12/2011

“Manchmal ist eine ganz normale Halbakustik zu hören, die Bass und Schlagzeug als Begleiter im Schlepptau hat. Ein normales Gitarrentrio möchte man meinen. Oft aber handelt es sich eher um einen Klangteppich, dicht gewebt. So dicht, dass man die einzelnen Klangquellen nicht mehr auseinander dividieren möchte. Was ist hier Improvisation, was auskomponiert? Peter Meyer sitzt an der Gitarre, sein Bruder Bernhard bedient den Bass. Und Drummer Moritz Baumgärtner, den man streckenweise mit Fug und Recht als Perkussionisten bezeichnen kann, weil er eher Akzente einstreut, Felle und Becken nicht nur mit Sticks bedient, scheint die klassische Pacemaker-Rolle nicht zu interessieren. Er reagiert hinter seinem Schlagzeug harmonisch auf seine Mitstreiter, passt sich ein, reizt aus, schiebt an, gibt Richtungen und Bewegungen vor: Baumgärtner fühlt sich durchaus als Melodiker. So erwächst eine musikalische Symbiose aus drei gleichberechtigten Stimmen, die keineswegs nur auf Jazz reduziert werden will. “Nur der geringste TeiI dieser Soundwelten kommt aus dem Jazz”, erklärt Moritz Baumgärtner. Ambient will einem einfallen, auch Indierock und elektronische Musik. Wäre es nicht so abgedroschen, würde man von Soundlandschaften sprechen. Die drei Berliner kennen sich von den Hauptstadtbühnen, spielen aber erst seit Kurzem miteinander. Improvisation wird im Trio großgeschrieben. Zupacken können die drei allerdings auch. Dann wandelt sich ihre ambivalente Klangwelt umstandslos in ein solides Rockgehäuse, in dem die Ecken und Kanten durch klare, harte, gerade Rhythmen und Themen definiert sind. Musik mit Tiefgang.”
Audiophiles Highlight des Monats / MUSIK ***** KLANG*****
STEREO, Tilman Urbach, 10/2011

“Mit dem Gitarrentrio im Jazz ist es ja gemeinhin so eine Sache. Oftmals degradiert der namensgebende Saitenkünstler seine Rhythmusgruppe zu bloßen Erfüllungsgehilfen, die froh sein dürfen, wenn über die Distanz einer Aufnahme einige wenige gestalterische und solistische Brocken für sie abfallen. Das Klangkonzept und das Rollenverständnis von Meyer/Baumgärtner/Meyer ist ein gänzlich anderes. Dem Schlagzeuger Moritz Baumgärtner und den Brüdern Peter(Gitarre) und Bernhard (Bass) Meyer, die schon bei Lea W. Frey, Nachtlüx und MSV Brecht ihre individuelle Klasse beeindruckend unter Beweis gestellt haben, geht es mit ihrer Musik um die Transzendierung tradierter hierarchischer Trio-Parameter und, die Aufhebung des damit für gewöhnlich einhergehenden Klangraumes. Diese Musik ist provokant, fordernd, besitzt Tiefgang und Ausdrucksdichte. Sie ist mal kantig, unbequem und unkonventionell, widerlegt mit überzeugendem Gestus sämtliche im Jazz vorherrschenden Dogmen und ist dennoch von schmeichelnder und verführerischer Kraft und Schönheit. Die Solistenrolle ist weitestgehend außer Kraft gesetzt, es zählt einzig der Klang des Kollektivs. Wollte man auf Teufel komm raus nach einer Entsprechung in den Annalen des Gitarrentrios suchen, käme in Ansätzen vielleicht noch die damalige Soundphilosophie des Ben Monder Trios mit Ben Street und Jim Black in Frage. Auch ohne diesen – zugegeben gewagten – Quersprung ist “Melt” ein überaus reifes klangarchitektonisches Gesamtkunstwerk geworden, das ob seiner kompositorischen und instrumentalen Qualitäten durchaus verwandtschaftliche Bezüge zur verändernden Kraft der Musik des Bill Evans Trios mit Scott LaFaro und Paul Motian vor fünfzig Jahren aufweist. Abenteuerlich, neu und hochgradig spannend.”
Jazzpodium, Thorsten Hingst, 10/2011

Etwas überfällig nun also der Tonträger der Woche. Melt vom Trio Meyer Baumgärtner Meyer schlägt, wie in letzter Zeit so einige Traumton-Releases in die King Crimson Kerbe, selbstverständlich mit höherem Jazzanteil und etwas weniger Rock. Das ist äußerst erfreulich, denn diese Sonderform des Jazzrocks war in den 70er Jahren eine Möglichkeit, zu fusionieren, ohne dabei nach Fusion zu klingen. Der Musik ist keine Grenze gesetzt, der Musiker ist nur durch seine eigenen Möglichkeiten beschränkt und somit pendelt die Musik zwischen Experiment und Improvision hin und her, ist teils verkopft-distanziert, teils greifbar-emotional. Dass sich Peter Meyer, Moritz Baumgärtner und Bernhard Meyer auf die Rockurkombination Gitarre, Schlagzeug und Bass konzentrieren und damit musikalisches Neuland betreten, macht die Musik umso interessanter, zeigt auf, wie einfallslos diverse Rock- und Punkformationen in gleicher Instrumentenkombination spielen. Das ungeschlagene Highlight auf Melt ist zweifelsohne das 12-minütige Slippery Slope, dessen Spannungsbogen energetischer kaum sein könnte und trotzdem einen gewissen Kick leider entbehrt. Dennoch ist Melt gut, man darf sogar von überdurchschnittlich sprechen.
die kopfhörer, Julian Auringer, 7.10.2011

“Höhepunkt dann, erneut im West Germany, der Auftritt von Meyer/Baumgärtner/Meyer, einem jungen Jazztrio, dessen Debütalbum “Melt” gleich in mehrfacher Hinsicht ein Wunder ist: Hier spielen drei virtuose Instrumentalisten an Gitarre, Bass und Schlagzeug, und zwar als kompakte Einheit, die alle möglichen Einflüsse von Prog- und Indierock bis zu Elektronik so stark verdichtet, dass man meint, völlig neue Musik zu hören. Statt endlosem Solieren besinnt man sich auf ein konzentriertes Spannen weit schwingender Bögen, bei denen die meisten Dinge am unteren Rand der Wahrnehmung vorbeilaufen. Und das alles vor entschieden juvenilem Publikum.”
taz, Tim Caspar Boehme, 04.10.2011

“Die Stücke tragen seltsam-evokative Namen wie „Goldregenstraße“, „Schlosskäfer“ oder „Traumwunsch“. Und doch ist es der vergleichsweise unspektakuläre Albumtitel, der die Besonderheit dieses Trios auf den Punkt bringt. “Melt“ heißt die CD, die das Bruderpaar Peter und Bernhard Meyer an Gitarre und Bass gemeinsam mit dem Schlagzeuger Moritz Baumgärtner eingespielt hat. Und „Melt“: Das ist auch der Zustand, in dem sich die Musik hier befindet.
Man hat den Eindruck, dass alles schmilzt und zusammenfließt. Melodie, Harmonie, Rhythmus, das also, was sonst fein säuberlich voneinander getrennt wird, gerinnt zu einer akustischen Masse. Man erkennt keine handelsüblichen Themen mehr; sie sind verborgen in den Arpeggien von E-Gitarre und E-Bass. Oft ist auch gar nicht genau zu unterschieden, wer hier wen begleitet oder wer gerade soliert.
Manchmal ist es auch so, als würde man einem mit lauter wunderlichen Dingen versehenen Eisblock beim Auftauen zuschauen. Es kommt immer wieder etwas Überraschendes zum Vorschein: mal ein Schlagzeug, das verkehrt herum zu laufen scheint (wie im Opener „Engelstanz“), mal ein digitales Insekt aus grauer Vorzeit, das plötzlich wieder zum Leben erwacht ist (wie in den Gitarren-Manipulationen am Ende von „Traumwunsch“), mal ein chaotisches Sammelsurium (wie in „Schlosskäfer“ oder „Want-Away“).
Kurz: Dieses Gitarren-Trio, das mit den Begriffen Post-Rock oder Bill Frisell 2.0 nur unzureichend beschrieben ist, dürfte eines der verblüffendsten innerhalb der aktuellen Jazz-Szene sein.”
RONDO, Josef Engels, 24.09.2011 

“Für Kreative aller Sparten hat Berlin seit längerer Zeit ja wieder große Anziehungskraft. Im Bereich der Musik besonders für Elektroniker und Jazzer. Das in der Hauptstadt ansässige junge Gitarren-Bass-Schlagzeug-Trio verbindet auf seinem Debüt “Melt” diese einst so diametralen Welten auf eine ungewohnte Art, bringt elektronische Sounds und Jazzimprovisation mit kraftvollem Indie-Rock schlüssig zusammen. Zwar lassen sich immer die drei Instrumente orten, kann man deren Aktionen und Interaktionen verfolgen. Doch im komplexen Zusammenspiel lösen sich diese Einzelstimmen zu Gunsten eines intensiven, ungewöhnlichen Gesamtklanges auf. Vergleichen lässt sich diese Musik nicht, lediglich Ahnungen schwirren beim Anhören durch den Kopf, lassen in einem sich ständig verändernden Klangkaleidoskop exemplarisch Enos Melancholie, Frisells Saitenkunst, Mahavishnus Power, Rypdals Kühle und Nirvanas Unangepasstheit routieren und zusammensetzen. Dabei machen die neun Stücke nie den Eindruck. als wären sie mit dem Gedanken an bestimmte Vorbilder konstruiert, so frisch und eigenständig sind sie. Im Trio Meyer/Baumgärtner/Meyer fanden sich drei Musiker, die über das Können und den Intellekt verfügen, ihren eigenen Weg zu beschreiten – jenseits gewohnter Muster.” [mai]
Jazzthing, 9/2011

“Ein neues Trio, das die unscharf umrissenen Klangwelten von Berlin auf ganz besondere Weise einfängt, hat sich mit den Brüdem Peter und Bemhard Meyer, Gitarre und Bass, sowie Schlagzeuger Moritz Baumgärtner konstituiert. Alle drei haben Affinitäten zur freien Improvisation, verstehen sich aber auch als spontane Komponisten. In ihrem gemeinsamen Trio, das mit der CD “Melt” auf Traumton debütiert, agieren sie jedoch eher wie ein alternatives Rock-Trio, das sich in verschränkten Konstellationen immer wieder den Weg freispielt. Die beiden Meyers agieren dabei als feste Einheit, die über Jahre gewachsen ist (Zuletzt waren sie gemeinsam im Trio der bezaubernden Lea W. Frey zu hören.). Baumgärtner wirkt fast wie ein zweiter Gitarrist, sein Spiel ist ungemein melodisch und linear. Obwohl “Melt” in Schweden aufgenommen wurde, klingen die Songs wie ein morgendlicher Spaziergang durch die Berliner Abwege nach einer durchregneten Nacht. Die spontanen Kompositionen der drei Musiker sind voller abstrakter Bilder, die sich jeder Hörer auf seine Weise übersetzen kann.”
Jazzthing, Wolf Kampmann, 9/2011

“Am Schmelzpunkt

“Mit Musik ist es so: Je weiter ein Musiker sich von gängigen Etiketten entfernt, desto authentischer ist der kreative Prozess°. schreibt Carlos Bica auf www.meyer-music.de.
Auf dem Album Melt kann man es hören.

Es ist das Erbe des Blues, durch das die Gitarre im 20. Jahrhundert zum wichtigsten Instrument des Rock wurde – selbst der stolze Kontrabass wurde nach ihrem Vorbild zur elektrischen Bassgitarre. Schließlich war es ja die Elektrifizierung der Gitarre, die sie auch im Jazz als vollwertiges Instrument etablierte, das klanglich mit den vorherrschenden Blasinstrumenten mithalten konnte – mit dem Vorteil, dass man auf der Gitarre auch Akkorde spielen kann. Während im Rock Gitarrentrios wie Nirvana zu den fundamentalen Klassikern zählen, haben sich vor allem in den zwei vergangenen Jahrzehnten auch im Jazz charakteristische Besetzungen aus Gitarre, Bass und Schlagzeug durchgesetzt. Man denke nur an das neue Bill Frisell Trio, das Arne Jansen Trio oder die Kombination von Frank Möbus, Carlos Bica (b) und |im Black (dr).

Umso mehr muss man es dem jungen Trio MeyerlBaumgärtner/Meyer (MBM) anrechnen, dass sie sich in diese Tradition einreihen, ohne sich den zahlreichen und beeindruckenden Vorgängern zu unterwerfen. Ihr Debüt-Album Melt jedenfalls lässt sich nicht unter Verweis auf einschlägige Klangvorlagen beschreiben. “Die CD heißt Melt, weil es ganz gut erklärt, wie der Klang ist, wie unsere Vorstellung von der Musik ist – ein bisschen verschmolzen eben”, erläutert der Schlagzeuger Moritz Baumgärtner. “Die Harmonien sind sehr abstrakt, vielleicht kann man das Ben Monder Trio als Vergleich nehmen, der ist mit Bill Frisell ein großer Einfluss, was den Sound angeht. Aber wir spielen eigentlich sehr konkrete Kompositionen, die dann aufgebrochen werden. Das Wechselspiel von auskomponierten Dingen und Improvisation und die Klangvorstellung, die wir uns erspielt haben, bilden unseren gemeinsamen Nenner. Eine sehr intensive Verbindung. Nicht zu viel, aber sehr konkret. Und schwer zu erklären, wenn man’s nicht hört.”

Das Album wurde im September vergangenen Jahres in Stockholm aufgenommen, nur wenige Wochen nach dem ersten gemeinsamen Konzert. Die Initiative ging dabei von den beiden schwedischen Tontechnikern Christian Farcher und Victor Meding aus, die das Trio zu zehn kostenfreien Studiotagen einluden. Sie hatten bei einem Berlin-Aufenthalt die Brüder Peter und Bernhard Meyer und auch Moritz Baumgärtner live erlebt, jeweils in anderen Kontexten. “Dann hörten sie, dass wir auch als Trio zusammenspielen und haben uns dann eingeladen”, erzählt der Schlagzeuger. Gelegenheit, die drei Musiker in verschiedenen Bands zu hören, gibt es nach wie vor viele: Gitarrist Peter Meyer und sein Bruder Bernhard mit dem halbakustischen E-Bass bilden ein Trio mit Sängerin Lea W. Frey Trio. (Im Frühjahr erschien das Album “We Can’t Rewind” mit wundersam poetischen Coverversionen von Kate Bush über David Bowie bis zu Nirvana und Lennon/Ono.) Im Quartett MSV Brecht begeistern die Meyer-Brüder mit Hanno Stick (dr) und Timo Vollbrecht (sax/cl) und einer Art Postrock-Fusion. Gemeinsam mit Stick gehören sie auch zu The Serious, dem Quartett des australischen Indierockers Dan Freeman. Schlagzeuger Moritz Baumgärtner dagegen trommelt im Lisbeth Quartett von Charlotte Greve, auf Tournee mit dem Andromeda Mega Express 0rchestra und in der Berliner Komprov-Szene um Johannes Lauer (tb), Marc Muellbauer (b) und Daniel Glatzel (sax). Im Trio nehmen die gut eingespielten Meyer- Brüder den Drummer Baumgärtner buchstäblich in die Mitte: “Die kreieren so Sound-Wände” staunt der. “Sie sind total miteinander vernetzt. Für mich war die Herausforderung, da reinzukommen und positiv zu stören. Als Trommler spiele ich viel freieren lazz und orientiere ich mich gern an der Melodie, wo es eine gibt. Das lässt sich gut mit diesen Brüdern verbinden, die auch eine starke Melodie hören.”

Indierock und Elektronik-Atmosphären, Spielwitz und die Spannkraft des freien Jazz: Elemente, die bei MBM eben nicht zu einem ungenießbaren Fondue vermatschen, sondern sich gegenseitig wie auch dem Hörer Raum geben für lange Erkundungsreisen.”
Jazzthetik, Tobias Richtsteig, 9/2011